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Pauschalierung - Handelsvertreter

Pauschalierung - Handelsvertreter

Belege sammeln oder bis zu Euro 10.424,- ohne Belegsammeln? Zahlt es sich immer aus - Was muss beachtet werden!

 

Wer ist Handelsvertreter?

Wer selbständig und gewerbsmäßig im Namen und auf Rechnung eines anderen Geschäfte (ausgenommen über unbewegliche Sachen) vermittelt oder abschließt, fällt unter den Begriff des Handelsvertreters.

 

Wie hoch ist die Handelsvertreterpauschale:

Der Durchschnittssatz für die durch die Handelsvertreterpauschale abgedeckten Betriebsausgaben beträgt 12%der Umsätze, höchstens jedoch 5.825 Euro jährlich.

Für die Vst stehen einem 12% des Pauschales bzw. 1,44% der Umsätze zu. Bei den 1,44% ist aber unbedingt auf den Praxishinweis zu achten.

Falls der Handelsvertreter vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen bzw. noch Kleinunternehmer ist, so kann er die zusätzlichen 1,44% (max. Euro 699,-) als Betriebsausgaben geltend machen.

Höchstens können somit Euro 6.524,- geltend gemacht werden. 

Die Pauschalierung ist ohne vorgegebene Einkommensgrenze möglich.

 

Kann man noch weitere Aufwendungen geltend machen?

Ja, die Handelsvertreterpauschale deckt nicht alle Betriebsausgaben ab! Nur folgende Ausgaben sind damit "abpauschaliert":

·Taggelder des Handelsvertreters (jedoch nur die eigenen, Taggeldersätze die vom Handelsvertreter an für ihn tätige Personen geleistet werden, können extra geltend gemacht werden)

·Ausgaben für im Wohnungsverband gelegene Räume (Lager, Büro, Kanzlei);

·Bewirtung von Geschäftsfreunden;

·üblicherweise nicht belegbare Betriebsausgaben wie Trinkgelder und Ausgaben für auswärtige Telefongespräche (z.B. bei in Telefonzellen geführten Ferngesprächen).

Neben der Handelsvertreterpauschale bleiben somit viele Betriebsausgaben wie zum Beispiel Sozialversicherung, KFZ-Kosten/Kilometergeld, Löhne/Gehälter, Werbung usw. abzugsfähig.

 

Gewinnfreibetrag?

Zusätzlich ist für den Handelsvertreter auch  der Grundfreibetrag im Rahmen des Gewinnfreibetrages in Höhe von 13% des Gewinnes absetzbar  (maximal für Gewinnteile bis 30.000 €, somit bis zu 3.900 €). Die Geltendmachung eines darüber hinausgehenden investitionsbedingten Gewinnfreibetrages ist bei der Pauschalierung hingegen nicht zulässig.

 

Praxistipp: Vorteilshaftigkeitsvergleich - Pauschalierung ja/nein

Aufgrund des Verlustes des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages ist es unter Umständen sinnvoller auf die Pauschalierung zu verzichten, auch wenn die tatsächlichen Aufwendungen unter der Pauschale liegen. Unterjährig sollten somit sämtliche Belege gesammelt werden um dann bei der Erstellung der Steuererklärung einen Vorteilhaftigkeitsvergleich machen zu können.

 

 

erstellt am 24/07/2013 - Änderungen und Irrtümer vorbehalten

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